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Ernte 2026 (c) Weingut Mehofer

Klein aber oho!

Der Jahrgang 2026

Ein außergewöhnliches Weinjahr liegt hinter uns. Bereits am 22. August haben wir die ersten Trauben des Jahrgangs 2026 geerntet – so früh wie noch nie. Hitze und Trockenheit haben das Jahr geprägt, kleine Beeren und geringe Mengen waren die Folge. Und als wäre das nicht genug, hat uns mitten in der Lese auch noch ein Hagelunwetter überrascht. Ein kleiner Rückblick:

Neudegg, 1. Oktober 2026. Dieses Mal hieß es schon mitten im Sommer: Scheren raus, es geht los! Am 22. August haben wir die ersten Zweigelt-Trauben für unseren Rosé Wagram geerntet. Und weil 2026 ohnehin ein Jahr der Premieren ist, wird aus einem Teil davon erstmals auch ein leichter Rosé Sparkling entstehen.

Dass wir so früh dran waren, hatte sich bereits abgezeichnet. Auf einen frühen Austrieb und eine frühe Blüte folgte ein heißer, ausgesprochen trockener Sommer. Temperaturen weit über 30 °C waren keine Seltenheit (insbesondere die beiden Hitzeperioden Ende Juni und Anfang August werden uns in Erinnerung bleiben), die Reife schritt entsprechend rasant voran. Die Beeren blieben aufgrund der Trockenheit deutlich kleiner als gewohnt, waren dafür konzentriert, aromatisch und zu Beginn der Lese wunderbar gesund. Kurz nach unserem Lesestart kam der erste nennenswerte Niederschlag seit Wochen. Es folgten angenehme Temperaturen bei weiterhin Sonnenschein – eigentlich genau jene Bedingungen, die für eine reibungslose Ernte wünschenswert sind. Zügig lesen, aber mit der nötigen Ruhe und jede Traube genau dann holen, wenn sie reif ist. Das war der Plan.

Dann hat es sich wieder einmal bestätigt: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Am Abend des 28. August hat es in unserem kleinen Ort Neudegg gehagelt. Die Rebstöcke und Trauben waren zwar nicht ruiniert, aber angeschlagen allemal. Beschädigte Beeren sind empfindliche Beeren und damit war klar: Schnelligkeit war einmal mehr höchste Priorität! Viele helfende Hände waren im Einsatz, wo notwendig hat uns auch die Lesemaschine unterstützt. Es wurde geschnippelt, was das Zeug hält. Gleichzeitig bestätigte sich, was wir aufgrund des trockenen Sommers bereits vermutet hatten: 2026 ist mengenmäßig ein kleines Jahr. Im Durchschnitt haben wir rund ein Drittel weniger geerntet als 2025. Kleine Beeren bedeuten weniger Saft, dafür aber auch eine höhere Konzentration an Inhaltsstoffen. Und genau das macht uns neugierig. Denn die Trauben waren ausgesprochen geschmacksintensiv und aromatisch. Gleichzeitig war der richtige Lesezeitpunkt in diesem Jahr besonders entscheidend. Unser Ziel bleibt schließlich dasselbe: Elegante und lebendige Weine mit moderaten Alkoholwerten, die Trinkvergnüngen versprechen. Abschlossen haben wir die Lese 2026 nach genau vier Wochen am 19. September. Jetzt ruht schon alles im Keller und die Weine dürfen entfalten, was dieses außergewöhnliche Jahr ihnen mitgegeben hat. Wir sind nun jedenfalls zufrieden, erleichtert und vor allem neugierig.

Zusammengefasst? Hitze. Trockenheit. Ein historisch früher Lesestart und dazu Hagel. Kleine Beeren. Wenig Menge. Viel Aroma. Große Neugier! Ein Jahr, das uns wieder einmal gezeigt hat: Wer mit der Natur arbeitet, muss flexibel sein.

Kikerikiiii!

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