Blumenwiese (c) Weingut Mehofer
Bio seit 1992
Blumenwiese (c) Weingut Mehofer

Unser Begrünungs 1×1

Acht Pflanzen für den Weingarten

Wir sind davon überzeugt, dass Vielfalt den Wein lebendig macht. Und deshalb brummt und summt es nicht nur zwischen unseren Rebzeilen, sondern es leuchtet und blüht. Warum das so ist uns wie wir dafür sorgen, dass das so bleibt, könnt ihr hier nachlesen. 

In unseren Weingärten ist es bunt und lebendig: Neben den Reben wachsen auch Wildblumen, Kräuter und Gräser. Zusätzlich schenken Begrünungspflanzen, die von uns gezielt ausgesät werden, dem Weingarten Farbe, Duft und Leben. Hier summt, krabbelt und atmet es – sichtbar über der Erde und verborgen darunter. Die artenreiche Pflanzenvielfalt bietet Lebensraum und Nahrung für Insekten und zahlreiche Bodenorganismen wie den Regenwurm. Sie leisten einen wertvollen Beitrag zu einem aktiven, gesunden Bodenleben. Gleichzeitig schützt die Begrünung unsere Weinberge vor Erosion, stabilisiert den Boden und verbessert durch ihre Wurzeln ganz natürlich die Bodenstruktur. So bleibt der Boden locker, aufnahmefähig und fruchtbar.

Durch das Einarbeiten und Mulchen von abgestorbenem Pflanzenmaterial schließt sich der Nährstoffkreislauf. Der gewonnene wertvolle Humus liefert den Pflanzen im kommenden Jahr wichtige Nährstoffe, um zu gedeihen.

Wo Vielfalt wachsen darf, entsteht ein natürliches Gleichgewicht, das Pflanzen und unsere Reben stärkt und vital hält.

Hier kommt unser Begrüngungs-1×1! Unsere Pflanzen stellen sich vor: 

Griaß di, ich bin der Inkarnat-Klee!

Ich bin ein echter Teamplayer im Weingarten. Ich sammle Stickstoff direkt aus der Luft und gebe ihn an die Rebwurzeln als natürlichen Dünger weiter – eine perfekte Ergänzung zu Kompost und anderen organischen Düngern.

Mit meinen dichten, schnell wachsenden Blättern bedecke ich den Boden und schütze ihn vor Erosion, während meine Wurzeln die oberen Bodenschichten lockern und fruchtbar halten. Außerdem sorge ich dafür, dass Bienen und andere Bestäuber immer eine köstliche Mahlzeit finden.

Und das Beste: Ich bin winterhart! Selbst in der kalten Jahreszeit bleibe ich an der Seite der Reben und halte den Weingartenboden gesund und bedeckt.

Inkarnatklee

Servus, ich bin der Buchweizen!

Schon nach 3 bis 5 Tagen keime ich und strecke meine ersten Blätter der Sonne entgegen. Ich wachse schneller als die meisten anderen Pflanzen und bilde ein dichtes grünes Blätterdach – so beschütze ich als eine der ersten den Boden vor Erosion.

Ich bin ziemlich robust gegen Krankheiten – Frost hingegen mag ich nicht gerne. Deshalb warte ich lieber, bis die Gefahr von kalten Nächten vorüber ist, bevor ich mich richtig entfalte.

Ich habe eine besondere Fähigkeit: Ich sammle Phosphor im Boden und mache ihn für andere Pflanzen, wie die Weinrebe, zugänglich. So helfe ich ihnen, kräftige Wurzeln zu entwickeln.

Und wenn ich blühe, leuchte ich in strahlendem Weiß. Meine Blüten sind ein Magnet für Bienen und viele andere nützliche Insekten – gemeinsam sorgen wir dafür, dass die Natur summt und brummt.

Buchweizen

Hallo, ich bin die Esparsette, die „3-in-1-Pflanze“!

Erstens, bin ich eine echte Bodenverbesserin: Meine Wurzeln können sich bis zu vier Meter tief in den Boden graben und lockern ihn auf. So helfe ich, den Boden gesund und fruchtbar zu halten.

Außerdem bin ich ein echte Stickstofflieferantin: Ich fange Stickstoff aus der Luft ein und gebe ihn dem Boden zurück, damit die Weinreben kräftig und gesund wachsen können.

Und drittens liebe ich es als Nützlingsweide Lebewesen anzuziehen: Mit meinen rosa Blüten locke ich zahlreiche Insekten an und sorge dafür, dass das ökologische Gleichgewicht im Weingarten erhalten bleibt.

Übrigens bin ich robust und trockenheitsresistent – perfekt also für Weinbaulagen mit wenig Niederschlag.

Esparsette

Ich darf mich vorstellen – die Wicke!

Als Leguminose gehe ich eine enge Partnerschaft mit Knöllchenbakterien ein. Sie bilden nämlich kleine, helle Wurzelknöllchen, die gut sichtbar an meinen Wurzeln haften. In diesen Knöllchen geschieht etwas Erstaunliches:
Mithilfe eines speziellen Enzyms wird Stickstoff aus der Luft gebunden und für Pflanzen verfügbar gemacht.

So werde ich optimal mit Nährstoffen versorgt. Wenn ich später verrotte, profitieren auch die Reben und andere Pflanzen von diesem Stickstoff. Eine echte Win-win-Beziehung: Ich versorge die Bakterien mit Wasser und Zucker aus meiner Photosynthese – die Bakterien liefern mir Stickstoff.

Mit meinen tiefreichenden Wurzeln lockere ich zudem den Boden, verbessere seine Durchlüftung und helfe dabei, Wasser besser aufzunehmen und zu speichern.  Als Sommerwicke diene ich einjährig als nährstoffreiche Gründüngung, als frostharte Winterwicke sorge ich für eine bodendeckende Winterbegrünung.

Wicke

Gestatten, ich bin der Ölrettich!

Mit meiner kräftigen Pfahlwurzel dringe ich bis zu zwei Meter tief in den Boden vor. Dabei durchbreche ich verdichtete Schichten, lockere den Boden auf und verbessere so seine Struktur ganz natürlich und nachhaltig.

Aus den tieferen Bodenschichten hole ich Nährstoffe nach oben, die sonst für andere Pflanzen unerreichbar wären. Wenn ich absterbe, hinterlasse ich stabile Wurzelkanäle. Durch sie können Luft und Wasser besser in den Boden eindringen – ideale Bedingungen für Reben.

Auch über der Erde bin ich aktiv: Mit meinem Blattwerk schütze ich den Boden vor Erosion und Austrocknung. Meine weiß- bis rosafarbenen Blüten locken zahlreiche Insekten an und bieten ihnen wertvolle Nahrung.

Und noch etwas: Ich fange Nematoden, das sind schädliche Fadenwürmer, die Bodenmüdigkeit verursachen. Meine Wurzeln locken ihre Larven an. Sie dringen ein, doch anders als bei Zuckerrübe oder Raps können sie sich bei mir nicht weiterentwickeln und sterben deshalb ab

Ölrettich

Gelber Senf, mein Name!

Mit meinem schnellen Wachstum sorge ich dafür, dass der Boden rasch bedeckt ist. So schütze ich ihn vor Austrocknung und bewahre ihn vor Erosion.

Mit meiner kräftigen Pfahlwurzel dringe ich tief in den Boden ein. Ich lockere ihn auf, verbessere seine Struktur und fördere die Durchlüftung. Dadurch kann das Erdreich Wasser und Nährstoffe besser speichern – zum Vorteil der Reben, die auf gute Bodenbedingungen angewiesen sind.

Wenn ich blühe, leuchten meine gelben Blüten weithin sichtbar. Sie sind eine wertvolle Nahrungsquelle für zahlreiche nützliche Insekten.

Doch ich kann noch mehr: So wie mein Freund, der Ölrettich, bin auch ich ein Nematodenfänger und helfe, schädliche Fadenwürmer zu reduzieren, die Bodenmüdigkeit verursachen. Meine Wurzeln locken ihre Larven an. Sie dringen ein, jedoch können sie sich bei mir nicht weiterentwickeln und sterben ab. Ein stiller, aber wirkungsvoller Beitrag zur Gesundheit des Weingartens.

Gelber Senf

Guten Tag, ich bin der Leindotter!

Ich bin eine schnellwüchsige Pflanze, die den Boden mit meiner Blattrosette rasch bedeckt und ihn zuverlässig vor Erosion schützt.

Meine kräftige Pfahlwurzel dringt tief in den Boden ein. Ich lockere ihn auf, verbessere die Struktur und sorge dafür, dass Wasser und Nährstoffe besser gespeichert werden – zum Vorteil der Reben, die hier wachsen.

Ich habe geringe Ansprüche, bin trockenheitstolerant und entziehe den Reben kein Wasser. Deshalb fühle ich mich auch in trockenen Regionen wohl und kann hier als Begrünungspflanze richtig nützlich sein.

Im Frühsommer schmücke ich die Rebzeilen mit meinen leuchtend gelben Blüten. Sie sind eine köstliche Nahrungsquelle für Bestäuber und bringen Leben und Vielfalt in den Weingarten.

Leindotter

Hallihallo, ich bin die Phacelia!

Man nennt mich auch Büschelschön und ich wachse besonders schnell zwischen den Rebzeilen. Mein Winzer nutzt mich deshalb gerne als Begrünungspflanze, denn ich bedecke den Weingartenboden rasch wie eine schützende Decke. Mit meinen kräftigen Wurzeln lockere ich den Boden, löse Verdichtungen und verbessere nachhaltig seine Struktur.

Von Juni bis Oktober zeige ich meine violetten Blüten und werde zu einer wichtigen Bienenweide. Dann summt es im Weingarten, denn ich versorge Bienen, Hummeln und viele andere Nützlinge mit reichlich Nektar und Pollen.

Ich bin eine unkomplizierte Pflanze, brauche keine besondere Pflege und stelle nur geringe Ansprüche an den Boden. Nachdem ich im Winter absterbe, hinterlasse ich wertvolle Biomasse und Humus, die dem Boden auch über die kalte Jahreszeit hinweg zugutekommen.

Phacelia

Kikerikiiii!

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